Deutlich weniger euphorisch zeigte sich der SPD Oberbürgermeisterkandidat Robert Metzger auf die Meldung, dass Rosenheim im Rahmen der Behördenverlagerung 500 Stellen der Regierung von Oberbayern bekommen soll.

„Bevor man die Champagnerkorken köpft, sollte man sich auch mal überlegen, welcher Druck dann auf den Infrastruktureinrichtungen in Rosenheim lastet“, kommentiert Metzger die Reaktionen der amtierenden kommunalen Amtsträger, sowie der Bundes- und Landtagsabgeordneten.

Tatsächlich muss man sich die Frage stellen, welche Belastungen 500 Stellen und bis zu 1500 Neurosenheimer für den Rosenheimer Wohnungsmarkt, die Kinderbetreuungseinrichtungen und die Verkehrssituation bedeutet.

„Derzeit fehlen in Rosenheim jetzt schon 1.000 bis 1.500 Wohnungen. Wenn nun bis zu weiteren 500 neue Beschäftigte der Regierung von Oberbayern hinzukommen, die eine Wohnung suchen, werden die Mietpreise noch stärker steigen und die Wohnungssuche noch aussichtsloser als bisher“ mahnt Metzger.

Aber auch für den Fall, dass die jeder eine Wohnung in Rosenheim braucht, entlastet dies Rosenheim nur in der Wohnungsfrage.
„Wir haben aktuell schon sehr viele Einpendler, die unsere Straßen dichtmachen. Wenn nun in kurzer Zeit eine so große Zahl neuer Arbeitsplätze hinzukommt, werden wir Stausituationen haben, wie in München am mittleren Ring, so der Oberbürgermeisterkandidat.

Hinzu kommen Fragen, wie wir mit den zusätzlichen Bedarfen an neuen Hort- und Kindergartenplätzen umgehen. Für Metzger ist klar, dass dies nicht auf Kosten der Bürger gehen darf, die jetzt schon in Rosenheim wohnen. Auch die Platzsituation in den Schulen könnte sich weiter verschärfen. „Wir haben mit den Angeboten der Ganztagesbetreuung schon jetzt in fast jeder Schule Platzprobleme und können schon jetzt nur bedingt neue Flächen gewinnen und deshalb muss man erst einmal sicherstellen, dass jedes Rosenheimer Kind eine bedarfsgerechte Schulbetreuung bekommt, gibt Metzger vor.

Für Metzger rächen sich jetzt auch die Versäumnisse der letzten 10 Jahre. Es wurde fast kein bezahlbarer Wohnraum in Rosenheim geschaffen. In der Frage der Verkehrsbelastungen in Rosenheim, wurde es bisher abgelehnt alternative Angebote (ÖPNV und Radverkehr) zum Auto zu machen. Das Rosenheimer Verkehrskonzept, das verabschiedet wurde, ist das „Papier nicht wert“, auf der es geschrieben ist. Der Platzproblematik in den Schulen wurde solange zugesehen, bis es nicht mehr ging. In der Bodenvorratspolitik haben wir uns jahrzehntelang nicht darum gekümmert, Flächen für die städtische Entwicklung zu gewinnen.

Für Metzger ist deshalb klar, dass ein Umzug von Teilen der Regierung von Oberbayern nur damit einhergehen kann, dass Flächen des Freistaates in der Stadt für Wohnraum zur Verfügung gestellt werden, der Nahverkehrsplan muss schnellstens umgesetzt und das Verkehrskonzept konkreter hinsichtlich alternativer Angebote zum Auto nachgeschärft werden.  Ein Schulplatzprogramm, sowie neue Ganztagesplätze in der Kinderbetreuung würde ebenfalls unumgänglich sein. Dafür fordert Metzger einen Investitionstopf mit Mittel des Freistaates  zum Ausbau der vorgenannten Infrastruktur.

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